Schwibbogen

Das Erzgebirge ist vor allem für seine erstklassige Handwerkskunst über die Grenzen der Region hinaus bekannt. Dazu zählt unter anderem auch der sogenannte Schwibbogen. Die Holzsägearbeit zeigt eindrucksvoll die traditionelle Handwerkskunst auf und erzeugt in den eigenen vier Wänden bzw. im Fenster eine wunderschöne warme Atmosphäre. Seit Jahrzehnten gibt es im Erzgebirge zahlreiche Manufakturen, die sich ganz und gar der Herstellung von Schwibbögen widmen. Zu den bekanntesten gehören sicherlich Müller Kleinkunst, Richard Glässer oder Seiffener Volkskunst.

Der Begriff Schwibbogen stammt eigentlich aus der Architektur und stellte dort eine Art Schwebebogen dar. Diesen sieht man noch heute häufig an alten Gebäuden oder Mauern. Im Erzgebirge ist die Herstellung des dekorativen Schwibbogens in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts entstanden. Die anfänglichen Schwibbogen waren meistens aus Metall gefertigt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts ging man dazu über, Holz zu verwenden. Dies war auch gleichzeitig der Siegeszug des Schwibbogens als dekoratives Element außerhalb des Erzgebirges. Wer sich ein solches Meisterwerk erzgebirgischer Handwerkskunst zulegen möchte, sollte allerdings auf die Echtheit des Produktes achten. Diese kann man sehr gut an dem Warenzeichen des Verbandes erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller erkennen. Gerade in den letzten Jahren wurde der Kunsthandwerksmarkt mit billigen Plagiaten überschwemmt, die mit der alten traditionellen erzgebirgischen Handwerkskunst rein gar nichts mehr zu tun hatten. Das Warenzeichen ist daher ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal, das dem Käufer die Echtheit garantiert.

Mittlerweile gibt es Schwibbögen in den unterschiedlichsten Größen. Kleinere Exemplare sind in der Regel bis zu 50 Zentimeter hoch. Größer können hingegen schon mal über einen Meter hoch bzw. breit sein. Neben weihnachtlichen Motiven wie der Geburt Jesu Christi oder einer echten erzgebirgischen Winterlandschaft gibt es auch Exemplare, die bekannte Gebäude oder Kunstwerke zeigen. Ein besonderes Highlight ist sicherlich der Schwibbogen Alt Dresden, der die Dresdner Frauenkirche nebst Vorplatz und nebenstehenden Gebäuden originalgetreu wiedergibt. Der Schwibbogen ist mit elektrischen Kerzen ausgestattet und durch sein Motiv sehr zeitlos.